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Ökologisch heizen – jetzt handeln!

Im September 2019 gehen in Deutschland an einem einzigen Tag 1,4 Millionen Menschen in über 570 Städten auf die Straße um die drohende Klimakrise abzuwenden. Was wenige Monate zuvor mit der Protestaktion der schwedischen Schülerin Greta Thunberg begonnen hat, ist nur ein Jahr später eine Massenbewegung mit erstaunlich breiter Unterstützung quer durch alle Gesellschaftsschichten und Altersklassen. (Quelle)

„Wenn wir nicht in den nächsten Jahren und Jahrzehnten dramatisch umsteuern, riskieren wir den Kollaps des Klimas und das Ende unserer Gesellschaft.“

Professor Dr. Harald Lesch – Ludwig-Maximilians-Universität München

Als Hersteller ökologischer Heizsysteme stehen wir uneingeschränkt hinter den Forderungen zur Abkehr fossiler Brennstoffe – insbesondere (aber nicht nur) wenn es um die Wärmeerzeugung im privaten und gewerblichen Räumen geht.

Andere europäische Länder machen es uns vor. Dänemark hat bereits 2016 ein Verbot für neue Ölheizungen erlassen (Quelle) und die Niederlande untersagen seit Mitte 2018 den Einbau von Gasheizungen in Neubauten. (Quelle) Erstaunlich dabei: Der Gesetzesentwurf dazu stammt von der linksliberalen Partei „D66“ und immerhin 95% der niederländischen Haushalte sind an das Gasnetz angeschlossen. Eine fraglos weitreichende Entscheidung die lange und kontrovers diskutiert wurde.

Seit Jahren fordern wir von der hiesigen Politik die Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen um die deutsche Energiewende auch im Heizungssektor ökologisch voran zu treiben. Doch bisher ist wenig von der großen Koalition aus SPD und CDU/CSU umgesetzt worden. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) hat noch im September 2017 die Förderung von elektrischer Wohnraumwärme mit Infrarotheizkörpern einen generellen „Korb gegeben“ und keine ausreichenden Fördervoraussetzungen gesehen. Der Grund: „Zu wenig regenerative Anteile im Strom Mix“. Eine erstaunliche Begründung, stört sich im Sektor Verkehr die Politik nicht daran, dass elektrisch angetriebene Fahrzeuge nach Wahl des Eigentümers mit Strom beliebiger Herkunft geladen werden können. Auch die KfW oder das BAFA sehen bis heute nicht die Notwendigkeit für die Förderung elektrischer Wohnraumwärme, selbst wenn diese zu 100% aus ökologisch erzeugtem Strom (beispielsweise dank eigener PV-Anlage) betrieben wird. Für uns absolut unverständlich!

In Deutschland lag der Anteil an Strom aus regenerativen Quellen im ersten Halbjahr 2019 immerhin schon bei 47% bezogen auf den Anteil an der öffentlichen Nettostromerzeugung, d. h. dem Strom Mix, der tatsächlich aus der Steckdose kommt. (Quelle) 10 Jahre zuvor lagen die erneuerbaren Energien erst bei 18,5%. Der kontinuierliche Anstieg von ökologisch erzeugtem Strom macht das elektrische Heizen Jahr für Jahr klimarelevanter und zu einem der wichtigsten Themen im Bereich Wohnraumwärme. Wenn wir uns ernsthaft von fossilen Brennstoffen abkehren wollen, dann ist das elektrische Heizen die beste Option. Dabei schauen viele auf die Wärmepumpe. Doch gerade die Infrarotheizsysteme haben sich in den letzten Jahren zu einer ernstzunehmenden Alternative entwickelt. Günstig in der Anschaffung und nahezu wartungsfrei punktet die Infrarotwärme im direkten Vergleich zur Wärmepumpe und empfiehlt sich so als CO2-freie Heiztechnologie. Insbesondere in Mietwohnungen ist die Infrarotheizung derzeit ökologisch führend.

Die Regierung sendet mit Ihrem Papier „Eckpunkte für das Klimaschutzprogramm 2030“ (Quelle) im Grunde die richtigen Signale für den Ausstieg aus der fossilen Wärmeerzeugung indem es auch im privaten Umfeld den Ausstoß von CO2 mit Kosten belegt, was Erdgas und Erdöl verteuert, während gleichzeitig durch eine Senkung der EEG-Umlage Strom günstiger wird.

Leider bleibt die Politik mit ihren „Eckpunkten“ hinter den Erwartungen vieler zurück. Umweltverbände und eine breite Front von Klimaexperten bewerten die vorgeschlagenen Maßnahmen, insbesondere den deutlich zu gering angesetzten Preis für eine Tonne CO2, als unzureichend. (Quelle)

„Dieses Eckpunktepapier ist ein klares Politikversagen. Wir brauchen jetzt keine politischen Kompromisse, sondern Reduktionen.“

Professor Anders Levermann vom Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung (PIK).

Im Folgenden dazu ein Auszug aus vorgenannten Eckpunktepapier: „Ziel des neuen Förderkonzepts ist es, für alle derzeit mit Heizöl und andere ausschließlich auf Basis fossiler Brennstoffe betriebenen Heizungen einen attraktiven Anreiz zur Umstellung auf erneuerbare Wärme, oder, wo dies nicht möglich ist, auf effiziente hybride Gasheizungen, die anteilig EE einbinden, zu geben. Es lohnt sich damit, in den kommenden Jahren bspw. von alten Öl- und Gasheizungen auf klimafreundlichere Anlagen oder direkt auf erneuerbare Wärme umzusteigen. Die Bundesregierung wird zudem eine gesetzliche Regelung vorlegen, wonach in Gebäuden, in denen eine klimafreundlichere Wärmeerzeugung möglich ist, der Einbau von Ölheizungen ab 2026 nicht mehr gestattet ist.“ (Quelle)

Für den Sektor Gebäude ist das im Ansatz gut. Es darf jedoch bezweifelt werden das die bisher vor allem durch ökologische Untätigkeit profilierte große Koalition unter Angela Merkel den vorgenannten Zielen ausreichend gesetzlichen Rahmen zu einer zeitnahen Umsetzung bereitstellt. Bisher war Frau Merkel vor allem darauf bedacht, weit entfernte Ziele auszurufen, anstatt konkrete kurzfristige Maßnahmen zu entwickeln und durchzusetzen.

Folglich erwarten wir die Fortsetzung der „Fridays for Future“ Proteste. Auch weil die Menschen den Klimawandel nicht mehr als mögliches Schreckensszenario in einer weit entfernten Zukunft verstehen, sondern bereits heute mit den Folgen von Hitze, Dürre und Stürmen zu kämpfen haben. (Quelle)

Klimawandel – Die Fakten mit Prof. Dr. H. Lesch – ZDF-Doku – September 2019. Hintergrundinformationen inkl Quellenangaben

Es liegt in der Verantwortung von uns allen die Erderhitzung bei 1,5 Grad zu stabilisieren um Schlimmeres für uns und nachfolgende Generationen zu verhindern. Jeder von uns kann seinen Beitrag leisten. Wir können auf die Straße gehen. Wir können unseren Alltag kritisch auf unseren ökologischen Fußabdruck hin reflektieren. Wir können unser Selbstverständnis von Mobilität hinterfragen. Wir können ohne fossile Brennstoffe heizen. Wir können so viel mehr als wir glauben. Wir müssen nur damit anfangen.

Jetzt!